Traumberuf Rennfahrer

Er war gerade 16 Jahre alt geworden, trug eine Zahnspange und galt schon damals als eines der größten Motorsporttalente Deutschlands. Sebastian Vettel fuhr 2004 noch für das Team Eifelland Racing in der Formel BMW. Die Formel BMW war eine Einsteigerklasse des Formel-Rennsports. Natürlich träumte Sebastian davon, irgendwann einmal in der Königsklasse Formel 1 zu fahren. "Bis dahin ist es ein harter, steiniger Weg", wusste der Gymnasiast aus Heppenheim allerdings auch. Nachmittags absolvierte Sebastian jeden Tag ein umfangreiches Fitness-Training. "Bei gutem Wetter lief ich mindestens anderthalb Stunden", erinnert er sich. Sein Vorbild: Michael Schumacher.

Sebastian Vettel wurde von ADAC und BMW professionell gefördert. Parallel zur sportlichen Förderung bekamen er und andere Nachwuchstalente Fitness-Kurse, sportärztliche und physiotherapeutische Betreuung, Medienschulung, Marketing, Sprachtraining und vieles mehr zum Nulltarif. Jede Menge Arbeit und eine große Portion Glück brachten den Piloten 2007 in die Formel 1. Seine ersten Erfolge feierte er mit Toro Rosso, bevor er 2009 zu Red Bull wechselte. Mit dem neuen Team gewann er 4 Weltmeistertitel und wechselte schließlich zu Ferrari.

 

Die Förderung von vielversprechenden Fahrertalenten hat bei BMW Motorsport eine lange Tradition. 2014 feierte ein mehrstufiges Nachwuchskonzept seine Premiere, das in den kommenden Monaten und Jahren kontinuierlich ausgebaut werden soll: das BMW Motorsport Junior Programm. Victor Bouveng, Nick Cassidy, Louis Delétraz und Trent Hindman haben die Verantwortlichen bei BMW Motorsport im Rahmen eines Shootouts in Monteblanco von ihrem Talent überzeugt und kommen 2015 in den Genuss eines umfangreichen Ausbildungsprogramms.

Auch die ADAC Formel-Nachwuchsförderung ist seit vielen Jahren Ausgangspunkt für künftige Motorsport-Stars. In der Vergangenheit begannen Formel-1-Fahrer wie der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg, Ralf Schumacher oder Nico Rosberg sowie DTM-Stars wie Martin Tomczyk, Pascal Wehrlein oder Timo Glock ihre erfolgreichen Karrieren in den ADAC Nachwuchs-Formelserien. Die ADAC Formel 4 fährt seit 2015 mit Turbo-Motoren von Abarth und Chassis des italienischen Herstellers Tatuus zum Einsatz.

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Traumberuf Profifußballer

Zeitreise 1 – ins Jahr 2004

Heute ist ein heißer Tag. Doch nur wenige Menschen ziehen im blauen Becken des Freibads der Sportschule Hennef ihre Bahnen. Großer Auflauf dagegen im Flur der Sportschule: Eine ganze Schar Kinder stürzt auf die jungen Männer in Schwarz-Weiß, die gerade aus ihren Zimmern kommen. „Von dem brauche ich noch ‘n Autogramm!“ – „Wer ist das ?“ – „Keine Ahnung. Aber vielleicht wird der ja mal berühmt!“ Das kann gut sein: Die 10- 13-jährigen Teilnehmer eines Ferien-Fußballcamps treffen gerade auf die U 19, die Junioren-Nationalmannschaft des DFB der 18- bis 19-Jährigen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nutzt die Begeisterung, um Talente noch intensiver zu fördern.

Einer der DFB-Junioren ist Mario. Der Sohn eines Spaniers und einer Deutschen hat seine Fußball-Karriere in einem kleinen süddeutschen Verein begonnen. „Ich war schon damals ehrgeizig und wollte immer gewinnen“, erinnert sich der Fußballer. Heute wohnt Mario mit fünf weiteren Spielern im Jugendhaus des VFB Stuttgart. Ein älteres Ehepaar betreut die Jugendlichen. Achtmal in der Woche trainiert der Torjäger mit der Amateur-Mannschaft. Neben dem Fußball geht das „normale“ Leben weiter. Mario besucht ein Wirtschaftsgymnasium und will im nächsten Jahr Abitur machen. Seine Schule arbeitet mit dem Verein zusammen. Darum kann Mario zweimal in der Woche auch vormittags trainieren. Natürlich muss er den versäumten Stoff nachholen.

Tim ist wie Mario 18 Jahre alt und trägt auch das Trikot der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. Doch er kämpft nicht um Tore, sondern will sie verhindern – als Torwart. Entdeckt wurde Tim auf der Straße. Eine Trainerin des MSV Duisburg fragte den damals 6-Jährigen, der gerade einen Ball unter dem Arm trug: „Kannst du denn damit auch umgehen?“ So kam er eher zufällig in den Verein – und später ins Tor: „Es gab keinen, der da rein wollte, darum hab ich’s gemacht.“ Ein typischer Beginn für eine Torwartkarriere, findet der junge Mann aus Gelsenkirchen. Mit 13 Jahren wechselte Tim zum FC Schalke 04: „Der Name hat mich gelockt.“ Fünf Kandidaten gab es für die Position des Torwartes, und die Wahl fiel auf ihn.

Zeitreise 2 – ins Jahr 2015

Tim Grothuysen und Mario Gomez – so hießen die beiden Nachwuchsfußballer, die ich vor 11 Jahren in Hennef interviewt habe. Tim wer? Auf der Internetseite transfermarkt.de entdecke ich den Spieler wieder. SV Straelen, Hamborn 07, SC Hassel, GSV Moers – so lauten einige sportliche Stationen des Torwarts nach seiner Zeit bei Schalke. „Immer wieder für einen Patzer gut“ – urteilte die Fachpresse vor einigen Jahren. Aktueller Markwert: 0.

Ganz anders die Bilanz von Mario Gomez: VFB Stuttgart, Bayern München, AC Florenz – das waren bisher die Vereine von Super Mario, der auch in vielen Länderspielen zum Einsatz kam. 4,2 Millionen betrug 2014 sein Jahresgehalt. Aktueller Markwert: 15 Mio. Euro.

Zwei Profis, zwei Geschichten. Der eine ganz weit oben im internationalen Fußball, der andere in den Niederungen des Provinzfußballs.

Von Mario lernen

„Selbstmotivation ist das Allerwichtigste“, sagt Mario Gomez heute. Positives Denken ist für ihn persönlich ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. Enttäuschungen wegzustecken gehört auch dazu, etwa die Nichtnominierung zur WM in Brasilien. Mario gestand in einem Interview auch, dass seine vielen Verletzungen Spuren hinterlassen hätten.

Doch davon will sich der 60-malige Nationalspieler nicht aus der Bahn werfen lassen. „Meine physische Form bessert sich, ich muss jedoch noch an Sicherheit zurückgewinnen. Dazu braucht man Zeit, Geduld und Vertrauen.“

Es gibt unglaublich viele talentierte Jungs und Mädchen, die von einem Leben als Fußballstar träumen. So zwischen 12 bis spätestens 16 Jahren wird man auch von Profivereinen gesichtet, falls man als gutes Talent heraussticht. Worauf es dann ankommt: Absolute Willenskraft, ständiges Training, Disziplin und eine große Portion Glück.

Du willst mehr darüber erfahren? Auskunft über Konzepte und Strukturen vom Kinder- bis zum Spitzenfußball gibt die Broschüre des DFB „Talente fordern und fördern“. 

Zum Talentförderprogramm des DFB