Traumberuf Profifußballer

Traumberuf Profifußballer

Zeitreise 1 – ins Jahr 2004

Heute ist ein heißer Tag. Doch nur wenige Menschen ziehen im blauen Becken des Freibads der Sportschule Hennef ihre Bahnen. Großer Auflauf dagegen im Flur der Sportschule: Eine ganze Schar Kinder stürzt auf die jungen Männer in Schwarz-Weiß, die gerade aus ihren Zimmern kommen. „Von dem brauche ich noch ‘n Autogramm!“ – „Wer ist das ?“ – „Keine Ahnung. Aber vielleicht wird der ja mal berühmt!“ Das kann gut sein: Die 10- 13-jährigen Teilnehmer eines Ferien-Fußballcamps treffen gerade auf die U 19, die Junioren-Nationalmannschaft des DFB der 18- bis 19-Jährigen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nutzt die Begeisterung, um Talente noch intensiver zu fördern.

Einer der DFB-Junioren ist Mario. Der Sohn eines Spaniers und einer Deutschen hat seine Fußball-Karriere in einem kleinen süddeutschen Verein begonnen. „Ich war schon damals ehrgeizig und wollte immer gewinnen“, erinnert sich der Fußballer. Heute wohnt Mario mit fünf weiteren Spielern im Jugendhaus des VFB Stuttgart. Ein älteres Ehepaar betreut die Jugendlichen. Achtmal in der Woche trainiert der Torjäger mit der Amateur-Mannschaft. Neben dem Fußball geht das „normale“ Leben weiter. Mario besucht ein Wirtschaftsgymnasium und will im nächsten Jahr Abitur machen. Seine Schule arbeitet mit dem Verein zusammen. Darum kann Mario zweimal in der Woche auch vormittags trainieren. Natürlich muss er den versäumten Stoff nachholen.

Tim ist wie Mario 18 Jahre alt und trägt auch das Trikot der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. Doch er kämpft nicht um Tore, sondern will sie verhindern – als Torwart. Entdeckt wurde Tim auf der Straße. Eine Trainerin des MSV Duisburg fragte den damals 6-Jährigen, der gerade einen Ball unter dem Arm trug: „Kannst du denn damit auch umgehen?“ So kam er eher zufällig in den Verein – und später ins Tor: „Es gab keinen, der da rein wollte, darum hab ich’s gemacht.“ Ein typischer Beginn für eine Torwartkarriere, findet der junge Mann aus Gelsenkirchen. Mit 13 Jahren wechselte Tim zum FC Schalke 04: „Der Name hat mich gelockt.“ Fünf Kandidaten gab es für die Position des Torwartes, und die Wahl fiel auf ihn.

Zeitreise 2 – ins Jahr 2015

Tim Grothuysen und Mario Gomez – so hießen die beiden Nachwuchsfußballer, die ich vor 11 Jahren in Hennef interviewt habe. Tim wer? Auf der Internetseite transfermarkt.de entdecke ich den Spieler wieder. SV Straelen, Hamborn 07, SC Hassel, GSV Moers – so lauten einige sportliche Stationen des Torwarts nach seiner Zeit bei Schalke. „Immer wieder für einen Patzer gut“ – urteilte die Fachpresse vor einigen Jahren. Aktueller Markwert: 0.

Ganz anders die Bilanz von Mario Gomez: VFB Stuttgart, Bayern München, AC Florenz – das waren bisher die Vereine von Super Mario, der auch in vielen Länderspielen zum Einsatz kam. 4,2 Millionen betrug 2014 sein Jahresgehalt. Aktueller Markwert: 15 Mio. Euro.

Zwei Profis, zwei Geschichten. Der eine ganz weit oben im internationalen Fußball, der andere in den Niederungen des Provinzfußballs.

Von Mario lernen

„Selbstmotivation ist das Allerwichtigste“, sagt Mario Gomez heute. Positives Denken ist für ihn persönlich ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. Enttäuschungen wegzustecken gehört auch dazu, etwa die Nichtnominierung zur WM in Brasilien. Mario gestand in einem Interview auch, dass seine vielen Verletzungen Spuren hinterlassen hätten.

Doch davon will sich der 60-malige Nationalspieler nicht aus der Bahn werfen lassen. „Meine physische Form bessert sich, ich muss jedoch noch an Sicherheit zurückgewinnen. Dazu braucht man Zeit, Geduld und Vertrauen.“

Es gibt unglaublich viele talentierte Jungs und Mädchen, die von einem Leben als Fußballstar träumen. So zwischen 12 bis spätestens 16 Jahren wird man auch von Profivereinen gesichtet, falls man als gutes Talent heraussticht. Worauf es dann ankommt: Absolute Willenskraft, ständiges Training, Disziplin und eine große Portion Glück.

Du willst mehr darüber erfahren? Auskunft über Konzepte und Strukturen vom Kinder- bis zum Spitzenfußball gibt die Broschüre des DFB „Talente fordern und fördern“. 

Zum Talentförderprogramm des DFB

Chris

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